Tierärztliche Fakultät
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Rundgang über das Fakultätsgelände

Blickt man am Eingang zum Englischen Garten Veterinärstrasse/Ecke Königinstraße stehend nach links, fällt der Blick auf ein versteckt liegendes, hellockerfarbenes Portal mit einem Holztor und zwei stilisierten Äskulapnattern im Portalgiebel: das ehemalige Eingangstor zu den „Instituten der Tierärztlichen Fakultät“, dem heutigen Campus Innenstadt der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Diese feiert am 16. Oktober 2014 mit einer Reihe von Veranstaltungen Ihr 100-jähriges Bestehen.

Durch die heutige, links davon liegende Zufahrt am Pförtner vorbei findet sich der Besucher auf dem idyllisch direkt zwischen Königinstraße und einem Seitenarm des „Eisbaches“ gelegenen, langgestreckten Gelände der Tierärztlichen Fakultät wieder, in welchem die Gebäude in freundlichen hellen Ockerfarben dominieren: dies wie z. B. auch die braune Farbe des Dekan-Talars, welcher die Zugehörigkeit zur wissenschaftlichen Gemeinschaft der Ludwig-Maximilians-Universität symbolisiert, ist historisch gesehen eine Anspielung auf Erdverbundenheit, die Wurzeln der Tierärztlichen Fakultät in der Landwirtschaft.


Bei einem Gang über das Fakultätsgelände geht es zunächst an - aufgrund umfangreicher kriegsbedingter Beschädigungen nach dem Krieg wieder aufgebauter - Gebäuden vorbei. Hier finden sich linkerhand u. a. die Institute der Grundlagendisziplinen, wie u. a. der Physiologie - vorbei am sog. „Mittelbau“, welcher u. a. das Dekanat beherbergt und die Gebäude der Institute für Tieranatomie. Rechterhand findet sich – hinter einer imposanten Bronzestatue eines Pumas – das Gebäude für Tierpathologie. Auf dem Gelände fortschreitend findet man ein sehr schön restauriertes Gebäude aus den 1920er Jahren, in welchem das „Institut für Tierschutz und Verhaltenskunde untergebracht ist. Folgt man einem Weg mit einem alten Baumbestand, an einem Seitenarm des „Eisbaches“ gelegen, begegnet man ggf. einem Pferd, welches durch eine Mitarbeiterin der Tierärztlichen Fakultät ausgeführt wird oder manch´ Tierbesitzer oder Tierbesitzerin, welche mit sorgenvoller Miene, ob dem, was ihnen und ihrem Schützling auf dem Weg in eine der hier liegenden Tierkliniken erwartet; vielen mehr jedoch auf dem zurück auf dem Weg zum Eingangsbereich, mit froher Miene die Tierärztliche Fakultät verlassend, weil Ihrem Schützling hier geholfen werden konnte. - Wo es einen „Warteraum für Hunde“ gibt, gibt es natürlich auch einen „Warteraum für Katzen. Eine Atmosphäre „wie Hund und Katz´“ sucht man hier im hinteren, idyllisch am Seitenarm des Eisbaches gelegenen Teil des Fakultätsgeländes, in welchem sich u. a. die „Chirurgische und Gynäkologische Tierklinik“ und die „Medizinische Kleintierklinik“ finden, vergebens. Auf den Außenwänden der Kliniken findet der Interessierte eine Reihe von historischen Gemälden, welche teilweise ikonographischen Charakter haben. Allegorisch zum christlichen Glauben und den Opfertod Jesu findet sich zum Beispiel an der Außenwand der „Medizinischen Kleintierklinik“ ein Pelikan, welcher sich mit dem Schnabel die eigene Brust öffnet, sein Blut über die Nestlinge tropfen läßt und diese damit ins Leben zurückholt. Tiere zu heilen oder gar ins Leben zurückzuholen - wenngleich heute unter Verwendung von hochmodernen Ausstattungen von der Mikrochirurgie bis hin zur Strahlentherapie - damit beschäftigen sich die in den hier, größtenteils hochspezialisierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tierärztlichen Fakultät. So haben die teilweise historischen Gemälde auch heute noch Gültigkeit! An der Königinstraße vor den Gebäuden der Tierklink findet sich schließlich der „Schlangenbrunnen“, eine überlebensgroße stilisierte Äskulapnatter als Hinweis auf die hier ansäßige Tierärztliche Fakultät. „Das Tier im Fokus“ - auch in der hier gelegenen Fakultätsbibliothek, welche viele tausend Bände wissenschaftlicher und praktisch angewandter Literatur zur Tiermedizin beherbergt. Auf dem Campus Oberschleißheim finden sich versammelt um eine moderne Interpretation der „Bremer Stadtmusikanten“ neben etwas entfernt liegenden Einrichtungen für Lebensmitteltechnologie und Milchkunde u. a. die Kliniken für Schwein und Rinder sowie die Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Zierfische – dieses Ensemble verdeutlicht schön die Bandbreite und das an der Tierärztlichen Fakultät betreute weite Tierspektrum.

Was sich bei einem Rundgang an vielen Stellen findet sind Baustellen, Zeichen der Veränderung, welche darauf hinweisen,dass langfristig gesehen die Tierärztliche Fakultät wieder auf einen Standort, dann auf dem Campus Oberschleißheim, vereinigt werden soll:

Tempora mutantur nos et mutamur in illis –

Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit Ihnen.

Was dem Besucher bleibt nach einem Gang über das Gelände der Tierärztlichen Fakultät, der hier vermittelten Atmosphäre, dem einen oder anderem kurzen Gespräch mit Studierenden, wissenschaftlichen oder wissenschaftsunterstützenden Mitarbeitern oder gar dem Dekan der Tierärztlichen Fakultät ist der Eindruck: Hier verstehen fast alle Ihren (zukünftigen) Beruf als Berufung. Der Magnetismus zur Materie macht´s möglich - immerhin geht es um Tiere!