Tierärztliche Fakultät
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Klinik für Pferde – Innere Medizin und Reproduktion

Lehre

Die Ausbildung der Studierenden umfasst neben den regulären Vorlesungen (Innere Medizin, Reproduktion) vor allem auch die Betreuung während der klinischen Rotation. Hierbei verbringen die Studenten jeweils eine Woche in der Inneren Medizin und eine Woche in der Reproduktionsmedizin. Während der Rotation sind die Studierenden in den Klinikbetrieb und die Versorgung der stationären Patienten eingebunden.

Des Weiteren bietet die Klinik Wahlpflichfächer zu verschiedenen Themen an (z.B. Intensivmedizinische Betreuung von Fohlen, Spermatologie).
Neben der Ausbildung an den 6 klinikeigenen Pferden und Ponys kommen zunehmend innovative Modelle zur praktischen Ausbildung der Studierenden zum Einsatz. Seit Mai 2014 steht der Klinik Dank freundlicher Unterstützung der Firma MSD Tiergesundheit das Palpationsmodell „Vaccinolia“ zur Verfügung. Dies ermöglicht die realitätsnahe Vermittlung wichtiger praktischer Fähigkeiten wie die transrektale Palpation im Rahmen der Kolikdiagnostik sowie die Zyklusstandsdiagnostik gynäkologischer Patienten. Es trägt damit zu einer verbesserten und tierschutzgerechten Ausbildung der Studierenden bei.
Weitere Modelle sind in Vorbereitung.

Fort- und Weiterbildung

Die Fort- und Weiterbildung spielt eine große Rolle in der Klinik. Zur Fortbildung der eigenen Mitarbeiter finden wöchentlich verschiedene Fortbildungen statt (Journal Club, Book Club, Lab Meeting) statt. Des Weiteren organisiert die Klinik seit 2014 ATF-anerkannte Fortbildungen für praktische Tierärzte.
An der Klinik besteht die Möglichkeit eine Residency des European College of Equine Internal Medicine sowie des European College of Animal Reproduction zu absolvieren.

Innere Medizin

Die Schwerpunkte der Inneren Medizin liegen in der Diagnostik bei internistischen Erkrankungen des Pferdes und der Neonatologie. Bei der Diagnostik von Atemwegserkrankungen kann ein hoher Erfahrungswert mit moderner Endoskopieapparatur einschliesslich der ‚dynamischen‘ (oder Overground) Endoskopie, Lungenfunktionsanalyse, Tracheobronchial Sekret und BAL-analyse kombiniert werden.
Bei Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems arbeiten wir mit dem Einsatz von moderner Elektrodiagnostik wie EEG, EMG und TC-MEP, Labordiagnostik und bildformender Technik: unser Aufgabengebiet umfasst häufig die Abklärung von Veränderungen im Verhaltensmuster, Ataxie und Bewegungsstörungen, aber auch Schluckbeschwerden und Abklärung von Kopfnervenausfällen.

Ein anderer Schwerpunkt der Klinik sind Infektionskrankheiten. Bei Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems bestehen die Möglichkeiten zur Echokardiographie mit Farb- und Gewebedoppler einschließlich Speckle Tracking, EKG (einschliesslich BelastungsEKG und Holter) und Kardioversion von Pferden mit Atriumfibrillation.

Hauterkrankungen werden – in naher Zusammenarbeit mit der Kleintierdermatologie unter Leitung von Prof. Müller - benannt und behandelt.
Auch die Diagnostik bei Erkrankungen des Hormonsystems -Stimulations-, Suppressions- oder Toleranztests werden durch uns ausgeführt.

Weitere Gebiete unserer Klinik sind Muskelerkrankungen und
Erkrankungen des Verdauungstrakts.
Ebenso gehört die Problem-orientierte Diagnostik zu unserem Klinikalltag:
- das leistungsinsuffiziente Pferd
- das abmagernde Pferd
- das Pferd mit plötzlichem Kollaps
- ungewöhnliches oder geändertes Verhalten
- das Pferd mit Fieber

Unser Team steht seit Frühjahr 2014 auch bei der Fohlenintensivmedizin / Neonatologie zur Verfügung. Für lebenschwache und kranke Fohlen haben wir ein komplettes Intensive-Care-Team aus kompetenten Mitarbeitern der Klinik für Pferde und aus Studierenden der Tiermedizin zusammengestellt.

Bild 2 Echokardiographie

Echokardiographie

Bild 3 Fohlen

Fohlen

Reproduktionsmedizin

Die Reproduktionsmedizin umfasst alle Erkrankungen des weiblichen und männlichen Genitales sowie Zuchttauglichkeitsuntersuchungen bei Stuten und Hengsten. Im Bereich der Zuchttauglichkeitsuntersuchung von Stuten verfügt das Klinikteam insbesondere bei der Betreuung von „Problemstuten“ (z.B. Stuten mit rezidivierenden Endometritiden, ältere Stuten) über viel Erfahrung. Das Klinikteam kümmert sich neben Erkrankungen des weiblichen Genitales auch um Störungen von Trächtigkeit und Geburt. Zur Geburtsüberwachung steht eine videoüberwachte Box zur Verfügung. Des Weiteren kann der Geburtseintritt mit spezialisierten Techniken überwacht werden (Birth Alarm®). Die Künstliche Besamung mit Frischsperma, gekühltem Sperma und tiefgefrorenem Sperma gehört ebenfalls zum Leistungsspektrum.
Im Bereich der Biotechnologie bietet die Klinik den Embryotransfer an.
Für die andrologische Untersuchung verfügt die Klinik über ein modern ausgestattetes spermatologisches Labor. Seit 2014 wird die Auswertung von Ejakulaten durch ein Gerät zur computergestützen Spermienanalyse (Androvision®) unterstützt. Seit einigen Jahren besteht die Möglichkeit die Spermienkonzentration und den Anteil membrangeschädigter Spermien ebenfalls mit technischer Unterstützung zu ermitteln (NucleoCounter®). Zur Untersuchung der Spermienmorphologie und -vitalität stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Neben der Spermagewinnung im Rahmen der Zuchttauglichkeitsuntersuchung werden Spermagewinnungen auch zur Frischsamenübertragung oder zur Überprüfung der Einfriertauglichkeit von Hengstejakulaten durchgeführt.
Seit Juni 2014 bietet die Klinik auch die Möglichkeit Nebenhodensperma von verstorbenen oder euthanisierten Hengsten als Genreserve einfrieren zu lassen.

Spermien

Embryo

Forschungsschwerpunkte

In der Reproduktionsmedizin liegen auf andrologischer Seite die Forschungsschwerpunkte im Bereich der Sub-/Infertilität beim Hengst sowie in der Verbesserung der Untersuchungstechniken in der Spermatologie. In diesem Zusammen- hang besteht eine gute Kooperation mit Kollegen in der Humanmedizin. In der Gynäkologie stellt die Diagnose und Therapie von Gebärmutterentzündungen der Stute ein Forschungsschwerpunkt dar.

Eines der aktuellen Projekte der Inneren Medizin befasst sich mit der Forschung rundum des Equiden Herpesvirus-1. Bei Rekrudeszenz des EHV-1 bei einem Einzeltier kann es in Pferdeverbänden zu katastrophalen Folgen wie einem neurologisch veränderten Gangbild oder Aborten kommen. Die Ermittlung der Lokalisation des latenten Virus und eine Latenzprävalenz ist eines der Hauptprojekte. Als Ausblick dient die Identifizierung der Faktoren, die einen Übergang des Herpesvirus von der Latenz- in die lytische Phase ermöglichen.Ein weiterer Schwerpunkt ist die akute Gefäßwandinfektion der kleinen Gefässe im Rückenmark. Hierfür steht der Klinik seit diesem Jahr ein Gerät für Perfusionsexperimente an isolierten Organen oder Gefäßstrukturen zur Verfügung.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Forschungsarbeiten betrifft die häufigste nicht infektiöse Lungenerkrankung des Pferdes, die Recurrent airway obstruction (RAO). Sie wurde ehemals als Chronic obstructive pulmonary disease bezeichnet (COPD), ihre Pathogenese ist dem allergischen Asthma des Menschen sehr ähnlich. In Zusammenarbeit mit der Freien Universität Berlin soll ein neuer Therapieansatz mittels inhalativer nanopartikulärer Immunmodulation entwickelt werden.