Tierärztliche Fakultät
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Herr apl.-Professor Wittmann verstorben

26.11.2021

Am 16. November 2021 verstarb Herr apl.-Professor Dr. Josef Wittmann, Dipl.-Chem., in seinem 84. Lebensjahr.

Josef Wittmann wurde am 9. Mai 1938 in Buxheim bei Ingolstadt als zweites von fünf Kindern einer Landwirtsfamilie geboren. Er besuchte dort die Volksschule und danach bis 1958 das humanistische Gymnasium in Eichstätt. Dann, im Sommersemester 1959, begann Herr Wittmann das Studium der Tiermedizin in München, welches er im Wintersemester 1963/64 mit dem Staatsexamen beendete. Im Juni 1965 erfolgte die Bestallung als Tierarzt.

Auf Grund der guten Studienleistungen in der Tiermedizin erhielt er 1964 ein Stipendium der Stiftung „Volkswagenwerk“, um ein Zweitstudium in Chemie aufzunehmen. Dies begann im Sommersemester 1964 in Erlangen und wurde ab Wintersemester 1964/65 in München fortgesetzt. 1965 führte ihn ein weiteres Stipendium der Universität München für ein Auslandssemester an die Kansas State University in Manhattan, Kansas, USA. Die Hauptprüfung zum Diplom-Chemiker erfolgte im Oktober 1969 und zwischen 1972 und 1973 schrieb er seine Diplomarbeit.

Schon während des Chemiestudiums arbeitete Herr Wittmann an seiner Dissertation am Institut für Nahrungsmittelkunde der Tierärztlichen Fakultät und promovierte im Juli 1968 zum „Dr. med. vet.“ mit „summa cum laude“ mit dem Thema „Physikalisch-chemische Veränderungen bei der Herstellung und Lagerung von Dosenwürstchen“. In der Folge wurde er 1970 als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Physiologie, Physiologische Chemie und Ernährungsphysiologie angestellt. Auf Grund seines Chemiestudiums wurde er ab Sommersemester 1971 Lehrbeauftragter für das Fach Chemie, welches hierdurch erstmals in Eigenregie der Fakultät gehalten wurde! Dies gestaltete sich problematisch, da das Finanzministerium im Jahre 1976 die Weiterbeschäftigung als wissenschaftlicher Assistent durch fehlende Fortschritte in der Habilitation – bedingt durch die hohe Lehrbelastung – in Frage stellte.

Im Juli 1978 erfolgte schließlich die Habilitation im Fach „Physiologische Chemie“ mit der Arbeit „Der perinatale Stoffwechsel der Kükenleber und seine Beeinflußbarkeit“. 1981 erhielt er die Lehrbefugnis für „Physiologische Chemie, insbesondere in Verbindung mit Chemie für Tiermediziner“. 1987 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt. Fast parallel wurde die Lehrbefähigung (und später auch die Lehrbefugnis) auf seinen Antrag hin um das Fach „Physiologie“ erweitert.

Herr Prof. Wittmann war überaus interessiert an Gastaufenthalten. So war er 1969 für zwei Monate am Max-Plank-Institut für Biochemie in München tätig, 13 Monate verstärkte er die Abteilung „Klinische Chemie“ des Schwabinger Krankenhauses (1970/71), war für sechs Wochen am Physiologischen Institut der New York State University, Buffalo, USA (1981), sowie für sechs Wochen am Max-Plank-Institut für Experimentelle Medizin in Göttingen (1982).

Mit dem Verlust seiner Ehefrau (1993) und seines Sohnes (1998) musste er einige Schicksalsschläge ertragen, bevor er mit Ablauf des Monats September 2003 in den verdienten Ruhestand eintrat. Im Juli 2018 durften wir Prof. Wittmann nochmal an der Fakultät zur Verleihung der Goldenen Promotion begrüßen.

Mit Herrn apl.-Professor Dr. Josef Wittmann, Dipl.-Chem., verliert die Tierärztliche Fakultät ein hoch angesehenes Mitglied. Die Tierärztliche Fakultät der LMU München wird sein Andenken stets in Ehren halten.

R. Straubinger

Dekan